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April, April! – Die (wahre) Geschichte vom Aprilscherz

Jeder kennt ihn, oder ist vielleicht sogar schon selbst einmal auf einen hereingefallen: den Aprilscherz. Damit bezeichnet man den Brauch, am ersten Tag des vierten Kalendermonats mit kleinen ausgedachten Geschichten und Streichen Freunde, Arbeitskollegen und Familienangehörige „in den April zu schicken“. Der Brauch, der sich mittlerweile zum wahren Volkssport entwickelt hat, findet nicht nur im privaten, sondern auch im öffentlichen Bereich Anklang. So macht man sich auch in Nachrichtensendungen, Tageszeitungen und natürlich auch in den Online-Medien einen Spaß daraus, am 1. April über auf Bäume wachsende Spaghetti, wundersame neue Tierarten oder die Einführung des Rechtsverkehrs in Großbritannien zu berichten. Aus dem Herzen Europas hat sich der Aprilscherz längst bis nach Nordamerika verbreitet. Aber wie ist er eigentlich entstanden?

Das gibt es über den Aprilscherz zu wissen:

Die „eine“ Geschichte des Aprilscherzes gibt es nicht

Im deutschen Sprachraum ist die Existenz des Aprilscherz seit Beginn des 17. Jahrhunderts belegt. Der Ursprung des schelmischen Brauchs ist es jedoch nicht. Eine Möglichkeit ist die weit verbreitete Annahme, dass seine Entstehung auf der Kalenderreform beruht, die im Jahr 1564 vom König Karl IX durchgeführt wurde. Er verlegte den, bis dahin am 1. April gefeierten Neujahrstag, auf den 1. Jänner. Humorige Zeitgenossen des französischen Herrschers nahmen dies zum Anlass, Einladungen zu Neujahrsfesten zu verschicken, die so nicht mehr stattfanden. Wer die List übersah, und zum falschen Datum anreiste, dem war der Spott sicher.

Aber auch das Christentum bietet eine Erklärung

So sei der 1. April schon zu Zeiten des Kaisers Augustus als Tag des Teufels, und damit als Tag der Verführung, bekannt gewesen. Hartnäckig hielt sich der Glaube, dass der Teufel höchstpersönlich an diesem Tag aus der Hölle zu Besuch kam, um all jene zu holen, die er noch nicht auf seiner Seite wusste. Da das Alte Testament besagte, dass die dem Teufel Verfallenen als Narren gekennzeichnet waren, fühlten sich all jene sicher, die sich am 1. April als Narren ausgaben.

Verschiedene Arten des Aprilscherzes

Was macht einen guten Aprilscherz aus? Ein Klassiker ist es zum Beispiel, am 1. April, leichtgläubige Zeitgenossen auf Botengänge zu schicken, um Dinge zu besorgen, die gar nicht existieren. So kann es schon mal vorkommen, dass Unsinniges wie „schwarze Kreide“ oder Nebeltrenner auf der Einkaufsliste stehen. Sehr gefinkelt: Der Auftrag, in der Apotheke Ipitum („Ich bin dumm“) zu besorgen. Ebenfalls sehr beliebt ist es, Freunde und Familie mit Fantasiegeschichten in ungläubiges Staunen zu versetzen. Aprilscherze innerhalb der Familie sind dabei meist besonders erfolgreich, da man den Eltern oder Geschwistern Informationen meist auch ohne großes Hinterfragen glaubt. Auch im Büro oder in der Schule bietet sich am 1. April die Möglichkeit, kleine Streiche zu spielen. Lustige Botschaften, mit einem Tesa-Streifen unauffällig auf den Rücken der Mitschüler und Kollegen geklebt, sind dabei ebenso beliebt, wie das Verstecken von Arbeitsmaterialien oder dergleichen.

In diesem Sinne, auf einen ausgelassenen und fröhlichen 1. April! Aber nicht vergessen: „Was du nicht willst, das man dir tut …“

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