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Mit alten Bräuchen ins neue Jahr

Bräuche zu neujahr – Bleigießen, Sauschädelessen etc.

Schwungvoll im Dreivierteltakt, dazu farbenfrohe Feuerwerke und knallende Sektkorken. Die allerbesten Vorsätze, „Prosit Neujahr“ und kleine Glücksbringer. Das ist Silvester, wie es wohl jeder kennt. Aber auch mit Ritualen wie Bleigießen, Räuchern oder Sauschädelessen wird in Österreich der Jahreswechsel gefeiert.
Rituale machen das Leben nicht nur ein bisschen schöner, sie sind vor allem tief in unserer Kultur verankert. Besonders zu Silvester verspricht man sich so einiges von ihnen. Denn das neue Jahr soll ein gutes werden, mindestens so schön wie das letzte, am liebsten besser. Da ist man sich einig. Wie man das Glück beschwört, Dämonen abwehrt oder die Zukunft befragt, variiert von Region zu Region.

Mit Blick voraus

Das traditionelle Bleigießen, ein Orakel-Brauch, der schon im alten Rom zelebriert wurde, ist in Österreich noch immer weit verbreitet. Dafür werden heute meist Zinnstücke auf einem Löffel über einer brennenden Kerze zum Schmelzen gebracht und anschließend in eine Schüssel mit kaltem Wasser gegossen. Aus den mehr oder weniger bizarren Figuren, zu denen das Metall erstarrt, oder aus deren Schatten wird die Zukunft gelesen. So spannend die Interpretationen der Gebilde sein können, so wenig überraschend ist es, dass ein Herz auf eine neue Liebe hindeuten soll. Sogar die Initialen der Ehemänner in spe versuchten junge Mädchen früher aus den Formen herauszulesen. In Kärnten hat man dafür neben dem Bleigießen auch noch auf andere Vorzeichen geachtet. Da glaubte man etwa, das Bild des Zukünftigen in den Resten der Silvestermahlzeit, die in den Hof geleert wurden, erkennen zu können.

Zeit des Umbruchs

In der Zeit der Raunächte, zu denen auch die Silvesternacht zählt, wird Einkehr gehalten, Bilanz über das vergangene Jahr gezogen und zuversichtlich in die Zukunft geblickt. Auch ein uralter heidnischer Brauch, der heute wieder in Mode gekommen ist, hat dort seinen Ursprung: das Räuchern. Dafür geht die Familie mit einer Glutpfanne, in der sich Weihrauch und je nach Region zusätzlich Wurzeln, Kräuter oder Harze befinden, durch alle Wohn- und Arbeitsräume, auf Höfen auch durch Stallungen. Der Rauch soll das Heim reinigen, segnen und böse Geister, die in Form von Unheil oder Krankheit daherkommen könnten, fernhalten. Die Hauptzutat Weihrauch gilt auch wissenschaftlich betrachtet als Heilpflanze mit entzündungshemmender und keimtötender Wirkung.
Mit Lärm gegen Böses
Auch die Perchtenläufe, die vor allem in Alpengebieten wie Salzburg, Oberösterreich oder Tirol vorkommen, sind auf die „rauchigen Nächte“ zurückzuführen. Die wilden Zottelgestalten mit den furchteinflößenden Fratzen sollen durch lärmendes Glockengeläut die Dämonen des Winters und des vergangenen Jahres austreiben. Zudem wird der Besuch der Perchten als glücksbringendes Omen gesehen. Lautstark Unholde fernzuhalten, verspricht man sich übrigens auch von Silvesterfeuerwerken, Böllern oder vom Aperschnalzen, das in manchen Regionen schon am Neujahrstag stattfindet. Dafür werden an Holzstielen befestigte Peitschen aus Hanfseilen durch die Luft „geschnalzt“.
„Darf ich bitten?“
Weniger ruppig, aber keinesfalls zu überhören, läuten auch die Pummerin im Wiener Stephansdom oder ihre „kleine Schwester“, die Marienglocke im burgenländischen Schloss Esterházy, das neue Jahr ein und geben den Auftakt zum Erklingen des Donauwalzers. Dann wiegt man sich im Osten des Landes, wenn nicht in der halben Alpenrepublik, in eine neue Ära. Stimmungsvoll geht’s auch am nächsten Tag mit dem Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker weiter, das live in über siebzig Länder der Welt übertragen wird.

Wünsch dir was

Am anderen Ende des Landes, in Vorarlberg, hat das „Neujohr Ahwünscha“ schon lange Tradition. In Form von Sprüchen und kurzen Gedichten wünschen insbesondere Kinder nahestehenden Menschen Glück und Segen. Dafür werden sie mit kleinen Aufmerksamkeiten, meistens mit Süßigkeiten, belohnt. Köstlichkeiten der etwas anderen Art stehen beim Sauschädelessen in manchen Regionen der Steiermark oder auch in Niederösterreich auf dem Silvesterplan. Da Schweine neben Kleeblättern, Hufeisen oder Rauchfangkehrern als Glückssymbole gelten – und somit gerne mit den besten Wünschen verschenkt werden –, ist es auch nicht verwunderlich, dass der Verzehr von echten Schweineohren in der Silvesternacht oder am Neujahrstag eine Extraportion Glück bringen soll.

In alter Manier oder neu interpretiert: Die Rituale zum Jahreswechsel in Österreich sind beinahe so vielfältig und kunterbunt wie die glitzernden Feuerwerke und die guten Vorsätze fürs neue Jahr.

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