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Wundermittel Honig

Er glitzert goldgelb am Löffel und tropft gerne zähflüssig von unserem Brot auf den Teller. Nicht nur Kinder lieben seine Süße und Mediziner bewundern ihn für seine zahlreichen Heilkräfte – die Rede ist natürlich vom köstlichen Honig. Eingedickt und mit körpereigenen Substanzen der Biene versetzt, verwandelt sich frischer Blüten-Nektar in das gesunde und beliebte Nahrungsmittel. Bis zu 200 verschiedene Bestandteile werden dabei von der Biene verarbeitet, darunter viele Vitamine, Aromen, Spurenelemente, Mineralien, Traubenzucker und sogar antibiotische Wirkstoffe. Aber Honig ist nicht gleich Honig.

Der Rohstoff aus der Natur

Die beiden beliebtesten Sorten sind Blüten- und Waldhonig. Blütenhonig entsteht, wenn Bienen den Nektar von blühenden Pflanzen verarbeiten. Der Waldhonig enthält mehr Mineralstoffe als Blütenhonig und ist etwas aufwendiger herzustellen. Sein Rohstoff ist nämlich nicht Nektar, sondern Honigtau. Dieser wird von Läusen abgesondert, die sich im Sommer an Bäumen festsetzen. Die Läuse nehmen mehr Baum-Saft auf, als sie brauchen und „schwitzen“ den Überschuss als Honigtau wieder aus. Die Bienen verarbeiten diesen anschließend zu Waldhonig. Selbstverständlich gibt es auch etliche Honigsorten mit vielen unterschiedlichen Geschmacksrichtungen: Von Akazienhonig bis Weißdornhonig ist alles vertreten.

Genuss ohne Ablaufdatum

Das Produkt der Bienen ist eine übersättigte Zuckerlösung aus rund 80 Prozent Zucker und etwa 20 Prozent Wasser. Honig ist damit das naturbelassenste Lebensmittel überhaupt und – neben Salz – das wahrscheinlich einzige Lebensmittel, das praktisch kein Ablaufdatum hat. Dieses Phänomen der Natur verdanken wir den wertvollen, von den Bienen erzeugten, Konservierungsstoffen. Um diese Reinheit zu bewahren, darf sich ein Honig auch nur dann nach seinem Nektarlieferant benennen, wenn mindestens 60% des Nektars von der Blüte stammen. Wo „Kastanienhonig“ draufsteht, ist also zu mindestens 60% Kastanie drin.

Honig als Heilmittel

Honig enthält nicht nur Vitamine und Aminosäuren, sondern auch Mineralstoffe, Enzyme und Proteine. Außerdem ist er reich an Vitamin C, Vitamin B2 und B6. Auch entzündungshemmendes Zink ist im Honig enthalten. Das wussten bereits die alten Ägypter zu schätzen und setzten zum Beispiel Honigsalben bei Wunden ein. Honig hilft zudem auch bei Husten, Schnupfen, Gelenksschmerzen oder Fieberblasen. Doch nicht nur der Honig selbst kann heilen, sondern auch seine zahlreichen Verwandten: Die Bienenluft aus dem Bienenstock soll zum Beispiel Menschen mit Asthma helfen. Das Wundermittel Propolis wiederum wird von den Bienen zum Abdichten des Bienenstocks verwendet, und ist das stärkste in der Natur vorkommende Antibiotikum und wirkt nicht nur gegen Bakterien, sondern auch gegen Viren.

Honig wird auch gerne für die Schönheit eingesetzt: Seine entzündungshemmende Wirkung wirkt Hautunreinheiten wie etwa Pickeln entgegen und seine Vitamine spenden Feuchtigkeit, entspannen die Haut und sorgen für einen gleichmäßigen Teint. Schon Kleopatra wusste um die Wirkung von Honig und gönnte sich regelmäßig ein Milch-Honig-Bad.

Martina Hohenlohe
Martina HohenloheGenussbotschafterin

Martina Hohenlohe arbeitet als Journalistin und ist Herausgeberin des „Gault Millau“ Österreich. Sie liebt die typische österreichische Küche sowie raffinierte Tipps mit denen man einfachen Gerichten den besonderen „Schliff“ verpasst.

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